Leipzig hat gezeigt: Wir müssen gemeinsam für die Angiologie einstehen!

MV 2026 LEipzig

Meine Eindrücke von der DGA-Jahrestagung 2026

Liebe Mitglieder, die DGA-Jahrestagung in Leipzig liegt hinter uns – und ich nehme viele gute Gespräche, wichtige Impulse, aber auch einige Sorgen mit nach Hause. Besonders gefreut hat mich der persönliche Austausch mit Euch bei unserer BVAD-Mitgliederversammlung. Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, dabei zu sein, Eure Erfahrungen zu teilen und unseren Verband mit Leben zu füllen! Genau davon lebt der BVAD: vom offenen Austausch, von unterschiedlichen Perspektiven und vom gemeinsamen Willen, die Zukunft unseres Fachgebiets mitzugestalten.

  1. Unsere Mitgliederversammlung: Zusammen sind wir stärker

In der Diskussion wurde deutlich, wie sehr uns die gesundheitspolitischen Entwicklungen und ihre Folgen für unsere Praxen beschäftigen. Wir müssen unsere Anliegen bündeln und deutlich machen, was die ambulante Angiologie für die Versorgung leistet – und welche Rahmenbedingungen sie dafür braucht.

Auch die GOÄ und die Erfahrungen aus den regionalen KV-Beratungen waren wichtige Themen. Solche Einblicke helfen uns, voneinander zu lernen und unsere berufspolitischen Aktivitäten gezielter auszurichten.

Ein sichtbares Zeichen setzen wir mit der SpiFa-Kampagne „Versorgen statt sparen“. Bei der Mitgliederversammlung haben wir Plakate verteilt. Einige Exemplare sind noch verfügbar – meldet Euch gerne bei uns. Weitere Materialien findet Ihr unter versorgen-statt-sparen.de.

Meine Überzeugung: Wir sollten nicht stillschweigend hinnehmen, dass ambulante fachärztliche Versorgung immer mehr leisten soll, während ihre wirtschaftlichen Grundlagen zunehmend unter Druck geraten. Lasst uns gemeinsam sichtbar machen, was unsere Arbeit für die Patientinnen und Patienten bedeutet.

  1. Wissenschaft für die Niederlassung

Die Sitzung der AG Niedergelassene bot interessante wissenschaftliche Beiträge zu Lymphödem, Carotisstenose und GOÄ. Ich finde es wichtig, dass die Niederlassung auf der DGA nicht nur berufspolitisch, sondern auch wissenschaftlich präsent ist. Denn gute ambulante Versorgung braucht beides: aktuelle fachliche Erkenntnisse und Rahmenbedingungen, unter denen wir sie im Praxisalltag umsetzen können.

  1. Gemeinsam mit der Gefäßchirurgie: pAVK-Versorgung verbessern

Die gemeinsame Sitzung mit der DGG hat mir besonders deutlich gezeigt, wie viel wir erreichen können, wenn Angiologie und Gefäßchirurgie ihre Perspektiven zusammenbringen. Der Austausch war ausgesprochen konstruktiv.

Bei der pAVK bestehen weiterhin Versorgungslücken. Auch geschlechtsspezifische Unterschiede bei Diagnostik und Versorgung müssen stärker in den Blick genommen werden. Wir brauchen eine frühzeitige Diagnose, konsequente Sekundärprävention und eine langfristige Betreuung – über Sektorengrenzen hinweg.

Ein wichtiges Beispiel ist das in Nordrhein von Gefäßchirurgen initiierte, an ein DMP angelehnte Strukturprogramm. Es wurde in diesem Jahr leider abgelehnt. Trotzdem sollten wir uns davon nicht entmutigen lassen. Die Beteiligten haben vereinbart, die eingereichten Unterlagen und erforderlichen Forschungsunterlagen für weitere Initiativen zugänglich zu machen. Ich möchte Euch ausdrücklich ermutigen, entsprechende Möglichkeiten auch bei Euren KVen weiterzuverfolgen. Gute Versorgungskonzepte dürfen nicht an Zuständigkeitsgrenzen oder fehlenden gemeinsamen Strukturen scheitern.

Gleichzeitig müssen wir die wirtschaftlichen Folgen des geplanten GKV-Spargesetzes und der Veränderungen bei den ambulanten Hybrid-DRG im Blick behalten. Neue Versorgungsaufgaben lassen sich nicht dauerhaft ohne eine verlässliche Finanzierung übernehmen.

  1. Krankenhausreform und Weiterbildung: Die Angiologie darf nicht an Sichtbarkeit verlieren

Die Angiologie findet sich nicht als eigenständige Leistungsgruppe in der Krankenhausreform wieder. Gefäßmedizinische Leistungen werden verschiedenen Leistungsgruppen zugeordnet. Damit stellt sich die Frage, wie die Sichtbarkeit und Weiterentwicklung unseres Fachgebiets künftig gesichert werden können.

Auch bei der ärztlichen Weiterbildung gibt es dringenden Handlungsbedarf. Die ambulante Weiterbildung ist unverzichtbar, doch eine tragfähige Finanzierung fehlt weiterhin. Besonders alarmierend war der Bericht, dass Anträge auf Anerkennung als Weiterbildungsstellen derzeit bis zu zwei Jahre unbearbeitet bleiben können!

Wir können nicht einerseits den fachärztlichen Nachwuchs fordern und andererseits die Voraussetzungen für seine Ausbildung unzureichend absichern. Wenn wir die Angiologie langfristig stärken wollen, müssen wir uns deshalb aktiv in den Gremien der Ärztekammern und KVen engagieren. Dort werden wichtige Entscheidungen vorbereitet und getroffen – und dort muss unsere Stimme gehört werden.

Was ich aus Leipzig mitnehme

Die Tagung hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig ein starker, aktiver Berufsverband ist. Wir brauchen eine angemessene Vergütung, verlässliche Bedingungen für die ambulante und stationäre Versorgung und eine Weiterbildung, die den tatsächlichen Anforderungen unseres Fachgebiets gerecht wird. Dafür müssen wir unsere Interessen gemeinsam und mit Nachdruck vertreten.

Mein herzlicher Dank gilt allen, die an der Mitgliederversammlung teilgenommen, sich eingebracht und den Austausch ermöglicht haben. Danke für Euer Vertrauen, Eure Unterstützung und Eure Mitgliedschaft im BVAD. Jede einzelne Stimme zählt – und je mehr wir sind, desto deutlicher können wir die Interessen der Angiologie vertreten.

Ich freue mich darauf, diesen Weg mit Euch weiterzugehen!

Herzliche Grüße,

Alexandra Turowski

BVAD in Leipzig – Termine & SpiFa-Kampagne „Versorgen statt Sparen“

Liebe Mitglieder,

die DGA-Jahrestagung in Leipzig steht vor der Tür – und wir möchten die Gelegenheit nutzen, Euch ganz herzlich zu unseren BVAD-Terminen einzuladen.

Die Rahmenbedingungen für die Angiologie – ambulant und besonders auch stationär – verändern sich derzeit spürbar. Wenn wir wollen, dass die Angiologie auch in Zukunft eine eigenständige und starke Säule der Gefäßmedizin bleibt, müssen wir unsere Interessen gemeinsam vertreten und uns aktiv in die berufspolitischen Diskussionen einbringen.

Dabei geht es nicht nur um uns als Ärztinnen und Ärzte. Es geht vor allem um unsere Patientinnen und Patienten: Viele Menschen mit Gefäßerkrankungen sind bereits heute nicht ausreichend versorgt. Sie dürfen in den Veränderungen unseres Gesundheitssystems nicht noch weiter in den Schatten rücken.

📍 Unsere BVAD-Termine in Leipzig

Donnerstag, 15.10.2026 | 16:30–18:00 Uhr
BVAD-Mitgliederversammlung
📍 Goethe-Saal

Freitag, 16.10.2026 | 08:00 Uhr
Gemeinsame Sitzung Niederlassung
📍 Bachsaal

Freitag, 16.10.2026 | 10:00–11:30 Uhr
State of Debate – DGA/DGG
📍 Schumann-Saal

Wir freuen uns auf Euch, auf den persönlichen Austausch und auf eine lebendige Diskussion über die Zukunft der Angiologie!

👉 Wichtig: Bitte schaut vor Ort noch einmal auf die offizielle Kongresshomepage, da sich Zeiten, Räume oder Programminhalte noch ändern können:

DGA-Jahrestagung 2026 – Kongresshomepage

📣 SpiFa-Kampagne „Versorgen statt Sparen“

Auch die berufspolitische Diskussion rund um die Zukunft der ambulanten fachärztlichen Versorgung geht weiter. Der SpiFa hat mit „Versorgen statt Sparen“ eine bundesweite Kampagne gestartet, die auf die Bedeutung der ambulanten fachärztlichen Versorgung aufmerksam macht und die Auswirkungen der aktuellen gesundheitspolitischen Entscheidungen sichtbar machen soll.

Zur SpiFa-Kampagne „Versorgen statt Sparen“

Wir als BVAD unterstützen diese Kampagne und möchten, dass sie auch in den angiologischen Praxen sichtbar wird.

Für unsere Mitglieder haben wir deshalb in Leipzig Kampagnenmaterialien für die Praxis bzw. das Wartezimmer zum Mitnehmen vorrätig!

Wir freuen uns, wenn möglichst viele von Euch die Gelegenheit nutzen, gemeinsam sichtbar zu machen, wie wichtig eine starke ambulante fachärztliche Versorgung ist.

Wir sehen uns in Leipzig! 💙

Euer
BVAD-Vorstand

BVAD-Newsletter: Informationen der KBV zu den Auswirkungen des Spargesetzes auf die ambulante Versorgung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie wir bereits berichtet haben, ist das Spargesetz inzwischen beschlossen. Viele von uns fragen sich nun: Was bedeutet das ganz konkret für die ambulante angiologische Versorgung und für die tägliche Arbeit in unseren Praxen?

Im Rahmen der jüngsten Beratungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wurden aktuelle Informationsunterlagen zu den Auswirkungen des Gesetzes auf die ambulante Versorgung vorgestellt. Die entsprechenden Unterlagen haben wir Ihnen als Anlage beigefügt.

Sie verdeutlichen, dass zahlreiche Änderungen bereits in Kraft getreten sind oder spätestens zum 01.01.2027 wirksam werden.

Zu den wesentlichen Punkten gehören:

  • Wegfall der extrabudgetären Vergütung zahlreicher Leistungen
  • Abschaffung der TSVG-Vergütungsregelungen
  • steigender Dokumentations- und Bürokratieaufwand
  • höheres Regressrisiko bei Arzneimittelverordnungen
  • Auswirkungen auf die wirtschaftliche Planung der Praxen
  • Konsequenzen für die Weiterentwicklung der Hybrid-DRG

2026-08-03_Spargesetz_Sparliste

2026-08-03_PraxisInfo_Spargesetz_Auswirkungen

Nach Berechnungen der KBV werden allein im Jahr 2027 Einsparungen von rund drei Milliarden Euro zulasten der ambulanten Versorgung erwartet. Gleichzeitig geht die KBV davon aus, dass künftig mehr als 46 Millionen Behandlungsfälle nicht finanziert werden.

Viele Praxen werden sich deshalb mit organisatorischen und wirtschaftlichen Anpassungen beschäftigen müssen, die ganz unterschiedlich ausfallen können.

Die KBV weist ausdrücklich darauf hin, dass sich die Versorgungssituation für Patientinnen und Patienten verändern wird und längere Wartezeiten zu erwarten sind.

Als Berufsverband werden wir die Auswirkungen auf die ambulante angiologische Versorgung weiterhin aufmerksam begleiten und Sie über relevante Entwicklungen informieren.

Liebe Grüße, Ihre Alexandra Turowski

BVAD-Newsletter Juni 2026

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zum Ende des Monats , während alle mit der Hitze kämpfen, möchte ich Sie über einige aktuelle berufspolitische Entwicklungen informieren, die für die Fachrichtung Angiologie von Bedeutung sind.

Hybrid-DRG – Workshop der KBV

Am 26. Juni 2026 fand der Workshop der KBV zur „Weiterentwicklung des ambulanten Operierens und der Hybrid-DRG“ statt und ich habe auch teilgenommen, neben weiteren Vorstandsmitgliedern.

Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung der Hybrid-DRG-Vergütung, die Evaluation des bisherigen Systems sowie insbesondere die Entwicklung eines neuen Kalkulationsmodells für die Hybrid-DRG ab dem Jahr 2031. Ziel ist erstmals eine sektorenübergreifende Vergütung auf Grundlage empirischer Kostendaten aus ambulanten Praxen. Die KBV arbeitet hierzu derzeit an einem neuen Kalkulationskonzept und hat die Berufsverbände ausdrücklich um fachliche Unterstützung gebeten.

Gemeinsam mit interventionell tätigen Kolleginnen und Kollegen wurden die Auswirkungen der derzeitigen Regelungen bewertet. Die Rückmeldungen zeigten ein einheitliches Bild:

  • Die Öffnung der QS-Vereinbarung für Angiologinnen und Angiologen hat sich in der Versorgung bewährt.
  • Eine relevante Mengenausweitung durch die dauerhafte Öffnung wird nicht erwartet.
  • Vorrangiges Ziel bleibt die dauerhafte Verstetigung der bestehenden Regelung und damit Planungssicherheit für interventionell tätige Praxen.

Kalkulation ab 2031 – Beteiligung der Angiologie

Parallel arbeitet die KBV an einem neuen Kalkulationsmodell der Hybrid-DRG ab 2031 auf Basis ambulanter Kostendaten. Der BVAD wird sich auch an diesem Prozess aktiv beteiligen. Zunächst wird der vom KBV übersandte Fragenkatalog im Vorstand beraten, bevor interessierte Mitgliedspraxen in die weitere Datenerhebung einbezogen werden. Unser Ziel ist es, die Besonderheiten angiologischer Interventionen – insbesondere Materialkosten, Personalaufwand und organisatorische Anforderungen – möglichst fundiert in den weiteren Entwicklungsprozess einzubringen.

Erste Rückmeldungen aus den Praxen

Bereits in den vergangenen Tagen haben uns erste Rückmeldungen aus Mitgliedspraxen erreicht. Die Hinweise zeigen erneut, dass regionale Unterschiede bei Genehmigungen und der praktischen Umsetzung bestehen und dass einzelne Regelungen derzeit unterschiedlich ausgelegt werden. Diese Erfahrungen werden wir gesammelt in die weiteren Gespräche mit der KBV einbringen.

Berufspolitischer Ausblick

Neben der Weiterentwicklung der Hybrid-DRG beschäftigen den BVAD weiterhin die geplanten Sparmaßnahmen im Rahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes.

Der BVAD steht hierzu im Austausch mit politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern sowie weiteren ärztlichen Organisationen. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die wirtschaftlichen Auswirkungen der geplanten Vergütungsänderungen auf ambulante Facharztpraxen, die Sicherung der Niederlassung sowie der Erhalt einer qualitativ hochwertigen spezialisierten ambulanten Versorgung.

In der kommenden Woche findet hierzu ein weiterer Austausch mit Frau Julia Schneider, MdB, sowie Frau Dr. Paula Piechotta, MdB, statt. Der BVAD wird dabei die Perspektive der ambulanten Angiologie und die Auswirkungen der geplanten Regelungen auf unsere Praxen einbringen. Über den weiteren Fortgang werden wir Sie selbstverständlich informieren.

Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die ihre Erfahrungen bereits mit uns geteilt haben.

Die kommenden Monate werden gesundheitspolitisch sicher nicht weniger spannend. Umso wichtiger ist es, dass wir als Berufsverband die Interessen der ambulanten Angiologie gemeinsam vertreten.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Teams nach der intensiven ersten Jahreshälfte – und hoffentlich nach den letzten heißen Tagen – eine erholsame Sommerzeit, etwas Zeit zum Durchatmen und viele schöne Momente außerhalb des Praxisalltags.

Herzliche Grüße aus Berlin, Ihre Alexandra Turowski

 

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Kritik wächst – Auswirkungen auf die Versorgung absehbar

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zum Referentenentwurf eines GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes mehren sich die kritischen Stimmen zentraler Akteure im Gesundheitswesen. Aktuell liegen u. a. Stellungnahmen des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) sowie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vor.

Beide Institutionen kommen – trotz unterschiedlicher Perspektiven – zu einem übereinstimmenden Kernbefund: Der Gesetzentwurf setzt kurzfristige Einsparziele über die langfristige Sicherung einer leistungsfähigen Versorgung.


Einsparungen zulasten von Innovation und Versorgung

Der G-BA kritisiert insbesondere die geplante Halbierung des Innovationsfonds (200 auf 100 Mio. €). Diese gefährde gezielt die Entwicklung neuer Versorgungsformen und damit langfristige Effizienzgewinne im System.

Auch die KBV bewertet die Reduktion der Fördermittel sowie die Rückführung nicht genutzter Mittel kritisch – wenn auch mit stärkerem Fokus auf die praktischen Folgen für die Versorgung.


Direkte Auswirkungen auf den Praxisalltag

Die KBV macht deutlich, dass die geplanten Maßnahmen insbesondere die ambulante Versorgung treffen werden:

  • Wegfall von Anreizen zur kurzfristigen Terminvergabe (TSVG-Regelungen)
  • zunehmende Budgetierung bislang extrabudgetärer Leistungen
  • steigende Bürokratie und zusätzliche Prüfmechanismen

Als Folge werden längere Wartezeiten, weniger verfügbare Termine und eine Einschränkung präventiver sowie ambulanter Leistungen erwartet.


Mehr Bürokratie – fragliche Einsparungen

Während zusätzliche Steuerungsinstrumente und Regularien eingeführt werden, stellt der G-BA klar, dass die erwarteten Verwaltungseinsparungen nicht realistisch sind und – wenn überhaupt – erst langfristig eintreten würden.


Systemische Verschiebung mit politischen Implikationen

Die KBV bewertet den Entwurf als Ausdruck eines grundlegenden Paradigmenwechsels:
Eine zunehmend einnahmenorientierte Ausgabenpolitik droht, Versorgungsangebote strukturell einzuschränken und die Verantwortung für systemische Defizite weiter auf die Leistungserbringer zu verlagern.


Einordnung und Ausblick

Die Stellungnahmen zeigen in bemerkenswerter Klarheit:
Sowohl auf Systemebene (G-BA) als auch aus Versorgungsperspektive (KBV) bestehen erhebliche Zweifel, ob die geplanten Maßnahmen geeignet sind, die gesetzliche Krankenversicherung nachhaltig zu stabilisieren – ohne gleichzeitig die Versorgungsqualität zu beeinträchtigen.

Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass die gesundheitspolitische Diskussion in den kommenden Wochen weiter an Dynamik gewinnt. Im Rahmen des Ärztetages im Mai sind bereits erste Aktionen und Proteste angekündigt.


Fazit

Die geplanten Maßnahmen betreffen nicht nur abstrakte Finanzierungsfragen, sondern werden – sollte der Entwurf in dieser Form umgesetzt werden – unmittelbar im Praxisalltag und für unsere Patientinnen und Patienten spürbar sein.

Wir haben hierzu eine Pressemitteilung versandt, in der wir speziell auf die Auswirkungen in den Praxen für Angiologie hinweisen und werden die weiteren Entwicklungen eng begleiten und Sie auf dem Laufenden halten.

Vielleicht sehen wir uns dieses Wochenende in Berlin?! https://www.angiologie-tage.de/

Mit freundlichen Grüßen, Ihre Alexandra Turowski

Hybrid-DRG: Anspruch hoch – Umsetzung aktuell nicht tragfähig

Liebe Mitglieder!

Die Hybrid-DRG sollen die Ambulantisierung voranbringen, werden derzeit jedoch nur in sehr geringem Umfang genutzt.

Aus angiologischer Sicht liegen die Ursachen vor allem in einer unzureichenden Abbildung der realen Kosten – insbesondere bei materialintensiven interventionellen Leistungen – sowie in strukturellen Unklarheiten der Leistungszuordnung.

Diese Problempunkte konnten wir im Rahmen des KV-Workshops klar benennen und als konkrete Mängel in die Diskussion einbringen. Die KV hat darauf bereits reagiert und die Rückmeldungen in die weiteren Prüfaufträge aufgenommen.

Ausblick:
Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Mit der anstehenden Neukalkulation und Evaluation der Hybrid-DRG besteht die Möglichkeit, die bestehenden Fehlanreize zu korrigieren. Voraussetzung ist jedoch, dass die tatsächlichen Kostenstrukturen – insbesondere im interventionellen Bereich – realitätsnah berücksichtigt werden. Hier wird es darauf ankommen, dass die Fachgruppen ihre Expertise und Daten weiterhin aktiv einbringen.

Hier planen wir ebenfalls aktiv mitzuwirken, da die Erfahrungen unserer ambulanten Praxen durch sehr unterschiedliche Strukturen, gut widerspiegeln können, was auch bei kleineren Praxen für Kosten anfallen. 

P.S. Save- the- date! Mitgliederversammlung 2026 ONLINE am 27. April 18.00 Uhr!

Liebe Grüße aus Berlin, Ihre Alexandra Turowski

Hybrid-DRG: Postinterventionelle Nachsorge in der Praxis – Wie gehen Sie damit um?

Liebe Mitglieder!

Im Rahmen der Ambulantisierung nach §115f SGB V (Hybrid-DRG) erreichen zunehmend Praxen Anfragen von Krankenhäusern, Patient:innen nach katheterinterventionellen oder anderen Hybrid-DRG-Eingriffen am Folgetag postoperativ in der Praxis zu kontrollieren.

In der Regel geht es um:

  • Inspektion der Einstichstelle / Wundkontrolle

  • ggf. ergänzende Sonographie

  • Kennzeichnung mittels GOP 88110

  • Abrechnung der postoperativen Leistung nach EBM

In unserer Region wird dies teilweise als reine visuelle Kontrolle am Folgetag beschrieben. Gleichzeitig stellen sich mehrere Fragen:

  • Wie ist die konkrete Umsetzung in den jeweiligen Bundesländern geregelt?

  • Erfolgt die Nachsorge auf Überweisung?

  • Welche postoperativen GOP werden angesetzt?

  • Erfolgt eine extrabudgetäre Vergütung?

  • Wie wird der tatsächliche Aufwand (Dokumentation, Terminstruktur, ggf. Duplex) berücksichtigt?

  • Wird die Verantwortung zwischen Operateur und nachbehandelnder Praxis klar geregelt?

Da sich unter unseren Mitgliedern sowohl niedergelassene Kolleg:innen als auch in Kliniken tätige Ärzt:innen aus verschiedenen Bundesländern befinden, würden wir uns sehr über Ihre Erfahrungen und Einschätzungen freuen.

Insbesondere interessiert:

  1. Wie wird die postoperative Hybrid-DRG-Nachsorge in Ihrer Region gehandhabt?

  2. Gibt es klare Empfehlungen oder Rundschreiben Ihrer KV?

  3. Wird die Leistung als organisatorisch sinnvoll und wirtschaftlich tragfähig erlebt?

  4. Gibt es bereits etablierte Kooperationsmodelle zwischen Klinik und Praxis?

Gern sammeln wir die Rückmeldungen anonymisiert und bereiten sie für eine weitere Diskussion innerhalb des Berufsverbandes auf.

Auch gibt es die Möglichkeit gleich hier auf den Beitrag zu antworten und eine Diskussion zu führen. 

Anonym oder nicht, gern Rückmeldungen an: info@berufsverbandangiologie.de

Einen schönen Märzbeginn wünscht Ihnen Ihre Alexandra Turowski! 

Newsletter Januar: Rückgang Honorarumsatz Angiologische Praxen, Kaiserpfalzkolloquium 27/28 Februar Goslar

Liebe Mitglieder!

Gerade haben wir den neuen KV- Honorarbericht zugesandt bekommen. Hier ist dieser einsehbar:

https://www.kbv.de/infothek/zahlen-und-fakten/studien-und-berichte/honorarbericht

Gerne möchte ich Sie auf einige Beobachtungen zur angiologischen Versorgung aus dem aktuellen KBV-Honorarbericht Q2/2024 aufmerksam machen, die aus meiner Sicht einer gemeinsamen Betrachtung wert sind.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die angiologische Versorgung weiter an Bedeutung gewinnt:

Sowohl die Zahl der angiologisch tätigen Ärztinnen und Ärzte als auch die Behandlungsfallzahlen steigen.

Gleichzeitig ist jedoch ein Rückgang des Honorarumsatzes je Arzt zu verzeichnen.

Dies gibt Anlass zur Sorge, da eine zunehmende Versorgungsleistung offenbar nicht mit einer entsprechenden ökonomischen Abbildung einhergeht.

Besonders im Vergleich zu anderen internistischen Schwerpunktfächern wird deutlich, dass die Angiologie strukturell weiterhin weniger sichtbar ist. So liegen für die Angiologie – anders als beispielsweise für die Kardiologie – keine belastbaren Kosten- und Überschussdaten vor. Dies erschwert eine sachgerechte Einordnung der angiologischen Leistungen in Honorar- und Strukturfragen, obwohl die Versorgungsrelevanz unstrittig ist.

Angiologische Praxen betreuen in hohem Maße multimorbide, häufig ältere Patientinnen und Patienten und übernehmen eine wichtige koordinierende Rolle an der Schnittstelle zwischen hausärztlicher, fachärztlicher und stationärer Versorgung. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, die aktuelle Entwicklung frühzeitig gemeinsam zu reflektieren.

Wir sollten in unseren KVen diese Fakten ansprechen und darauf hinweisen! 

 

Weiterhin möchte ich den Newsletter nutzen, um unsere Vorstandsmitglieder Stefan Betge und Daniel Kretzschmar bei Ihrer tollen Veranstaltung in Goslar zu unterstützen:  27.+28. Februar 2026: 

https://kaiserpfalz-kolloquium.de/programm.html

Es gibt hier auch wieder ein Programm für das Assistenzpersonal, Schwerpunkt Diabetes und Gefässe! Es ist besonders toll, dass in der finanziell komplizierten Zeit diese Fortbildung weiterhin durchgeführt werden kann. Hoffentlich sehen wir uns dort.

 

Liebe Grüße aus Berlin,

Ihre Alexandra Turowski

 

Newsletter November

Liebe Mitglieder!

Während wir uns weiter bemühen, die richtige Bezahlung der Hybrid- DRG´s auch über 2026 hinaus zu entwickeln, geht es streng auf die Weihnachtszeit zu. Da für uns aber noch einige Termine dieses Jahr anstehen, ist es noch viel zu früh für einen Jahresrückblick.

Eine Leistungsgruppe „Angiologie“ ist weiterhin in der Krankenhausreform nicht vorgesehen, entsprechende Aufmerksamkeit für eine Einführung dieser Leistungsgruppe müssen wir durch Öffentlichkeitsarbeit schaffen. Die richtigen Personen anzusprechen ist sicher ein guter Weg, hier hat die DGA heute auch eine Mailingliste verteilt.

Die Weiterentwicklung der Hybrid- DRG´s im Gefässbereich benötigt eine gute Grundlage der Finanzierung, wir werden hier eine Möglichkeit suchen, unsere Kosten glaubwürdig einzubringen, ein Termin hierzu findet diese Woche mit der KBV statt.

In der Frage der besseren Finanzierung der Weiterbildung zum Facharzt auch ambulant sind wir noch taube Ohren gestoßen, wir dürfen nicht müde werden, zu erläutern, die es um die Zukunft der ambulanten Versorgung in Deutschland wirklich bestellt ist. Einige Kampagnen hierzu sollten wir uns auch im nächsten Jahr überlegen, wir haben schon ein paar Ideen, freuen uns aber auch auf Vorschläge von Allen!

Benutzen Sie schon die Ziffern für die „Zweitmeinung Carotis- OP“? Ich denke, dass unsere Vorbereitungen für die Vorstellungen bei den Ambulanzen zur Versorgung der Stenosen, da unbedingt reingehören.

Unsere Lipödempatientinnen warten schon auf das neue Jahr um eine OP zu beantragen. Die Langzeiterfahrungen nach OP sind, zumindest in meiner Praxis, noch nicht überzeugend, fast alle benötigen schon fast 2 Jahre nach der OP wieder Drainagen und Bestrumpfungen. Haben Sie ähnliche Erfahrungen?

Die TSS- Fälle sind weiterhin ein Problem, z.B. mit schlechtem Filter der Terminstelle. Teilweise lassen aber auch die Hausarztvermittlungsfälle sehr zu wünschen übrig. Es werden Rountinekontrollen als „dringlich“ markiert und für die wirklich dringlichen Fälle ist dann kaum Zeit übrig.

Aber wir lassen uns nicht unterkriegen und versuchen weiterhin unsere Wünsche einer guten Patientenversorgung allen mitzuteilen!

Ich werde hier über die Ergebnisse der Beratungen berichten und wünsche Ihnen aber schon eine schöne Vorweihnachtszeit!

Ihre Alexandra Turowski

Aktuelles aus der Sitzung erweiterter Bewertungsausschuss von der KV vom 10.Oktober

Liebe Mitglieder!

In der KV- Workshop- Sitzung vom 10.Oktober haben wir erfahren, dass nach juristischem Gerangel im erweiterten Bewertungsausschuss in der nächsten Woche vom InEK die Vergütungsdaten für die Planung der Hybrid-DRG´s zur Verfügung gestellt werden.

Wir als Berufsverbände, sind dann aufgerufen, unsere Meinung dazu an die KV zu übermitteln.

Hier wird es deshalb interessant, weil diese Vergütungsdaten bisher für uns geheim gehalten wurde. Es stellt sich für uns die Frage: ist die geplante Vergütung künftig für ambulante Praxen kostendeckend/ lohnend? Hierfür ist unsere Arbeit besonders wichtig.

In diesem Zusammenhang stehen unsere Sorgen, den Konkurrenzdruck durch die Krankenhäuser beim Einkauf der Schleusen, Kathetern, Stents, Verschlusssystemen und so weiter, auch ambulant mithalten zu können.

Eine Lösung könnte sein, gemeinsam mit anderen Praxen, auch Gefässchirurgen, gemeinsam einen Logistiker, der dann günstigere Preise anbieten kann, zu nutzen.

Von einer Genossenschaft von Chirurgen in Nordrhein, die aus der Arbeitsgemeinschaft niedergelassene Chirurgen entstand, wurde hier die Logistik- Firma Inovamed empfohlen, mit der wir dann in Kontakt treten wollen.

Wichtig ist, dass Sie uns Ihren Bedarf hierfür bitte melden.

Was noch ansteht in den KV-Verhandlungen:  Frage der Zusatzentgelte und die Festlegung der Kontextfaktoren.

Soweit die aktuellen Informationen,

liebe Grüße aus Berlin,

Ihre Alexandra Turowski!