Pressemitteilung
Geplante Sparmaßnahmen gefährden die angiologische Versorgung in Deutschland
Berlin, April 2026 – Die im Bericht der Finanzkommission Gesundheit skizzierten
Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen stoßen beim Berufsverband der Angiologinnen
und Angiologen Deutschlands (BVAD) auf deutliche Kritik.
„Die vorgeschlagenen Maßnahmen setzen ein falsches Signal und gefährden die
ambulante Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Gefäßerkrankungen“,
erklärt der Vorstand des BVAD.
Gerade in der Gefäßmedizin ist eine frühzeitige fachärztliche Diagnostik und Therapie
entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. Eine Schwächung
der fachärztlichen Versorgung führt nicht zu Einsparungen, sondern langfristig zu
höheren Kosten und schlechteren Behandlungsergebnissen.
Eine einseitige Fokussierung auf Kostendämpfung im ambulanten Bereich verkennt
die zentrale Steuerungsfunktion der fachärztlichen Versorgung. Gerade vor dem
Hintergrund der politisch gewollten Ambulantisierung stellt eine gleichzeitige
Absenkung der fachärztlichen Vergütung bei absehbar steigender
Leistungsnachfrage ein widersprüchliches Signal dar.
Besonders kritisch bewertet der BVAD:
• den zunehmenden wirtschaftlichen Druck auf niedergelassene Facharztpraxen
• mögliche Einschränkungen spezialisierter Leistungen
• Fehlanreize zulasten der ambulanten Versorgung
Mit großer Sorge sieht der Verband zudem die Auswirkungen auf die fachärztliche
Weiterbildung. Bereits heute führen strukturelle Veränderungen – unter anderem im
Zusammenhang mit Hybrid-DRGs sowie fehlenden Leistungsgruppen im stationären
Bereich – zu Einschränkungen in der Weiterbildung der Angiologie.
Durch die absehbare Verschiebung von Weiterbildungsinhalten aus dem stationären in
den ambulanten Bereich kommt dem ambulanten Sektor künftig eine noch größere
Bedeutung zu. Wird dieser gleichzeitig wirtschaftlich geschwächt, ist die fachärztliche
Weiterbildung insgesamt gefährdet.
„Wenn wir die Weiterbildung nicht sichern, gefährden wir die Versorgung von morgen“,
so der BVAD-Vorstand. „Schon jetzt zeichnet sich ein zunehmender Nachwuchsmangel
ab.“
Der BVAD fordert daher:
• eine Sicherung der fachärztlichen Versorgung im ambulanten Bereich
• verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen für niedergelassene Praxen
• eine gezielte Stärkung der fachärztlichen Weiterbildung
Einsparmaßnahmen dürfen nicht zu einer strukturellen Schwächung der spezialisierten
Versorgung führen. Eine nachhaltige Gesundheitsversorgung ist nur mit starken
fachärztlichen Strukturen möglich.
Kontakt:
Berufsverband der Angiologinnen und Angiologen Deutschlands (BVAD)
Geschäftsstelle:
Schönhauser Allee 118
10437 Berlin
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