Datum: 20.Juli.2026
Der Vorstand des Berufsverbandes der Angiologinnen und Angiologen Deutschlands (BVAD) nimmt Stellung zum Beschluss des GKV-Sparpakets. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen auf die ambulante Gefäßmedizin, die fachärztliche Weiterbildung und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Gefäßerkrankungen.
Statement
Statement des Vorstandes des Berufsverbandes der Angiologinnen und Angiologen Deutschlands (BVAD)
Beschlossen – aber nicht überzeugend
Mit dem Beschluss des GKV-Sparpakets haben Bundestag und Bundesrat eine gesundheitspolitische Entscheidung getroffen, vor deren Folgen wir als Berufsverband der Angiologinnen und Angiologen Deutschlands nachdrücklich gewarnt haben.
Unsere Sorge gilt dabei nicht in erster Linie den wirtschaftlichen Interessen unserer Praxen, sondern den Auswirkungen auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Gefäßerkrankungen. Gerade in der Angiologie entscheidet eine frühzeitige Diagnostik und Behandlung häufig darüber, ob Amputationen, Schlaganfälle oder andere schwerwiegende Komplikationen verhindert werden können.
Eine Schwächung der ambulanten fachärztlichen Versorgung wird deshalb langfristig weder Kosten senken noch die Versorgung verbessern.
Besonders kritisch sehen wir, dass die Politik einerseits eine stärkere Ambulantisierung fordert, gleichzeitig aber die wirtschaftlichen Grundlagen der ambulanten Versorgung weiter verschlechtert. Zusätzliche Aufgaben können nur übernommen werden, wenn Praxen auch die personellen und finanziellen Möglichkeiten dazu haben. Dieses Spannungsverhältnis haben wir bereits im Gesetzgebungsverfahren deutlich benannt.
Ebenso besorgt uns die Entwicklung der fachärztlichen Weiterbildung. Die ambulante Angiologie wird künftig eine noch wichtigere Rolle in der Weiterbildung übernehmen müssen. Werden ambulante Strukturen gleichzeitig wirtschaftlich geschwächt, gefährdet dies auch die Ausbildung des fachärztlichen Nachwuchses und damit die Versorgung der kommenden Jahre.
Trotz dieser enttäuschenden Entscheidung möchten wir uns ausdrücklich bei allen bedanken, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten engagiert haben – unseren Mitgliedern, den Landesverbänden sowie unseren Partnern innerhalb des SpiFa. Die zahlreichen Gespräche, Stellungnahmen und politischen Kontakte haben gezeigt, dass die Fachärzteschaft geschlossen für eine qualitativ hochwertige ambulante Versorgung eintritt.
Mit dem Gesetz ist die gesundheitspolitische Diskussion jedoch keineswegs beendet. Der BVAD wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass die ambulante Gefäßmedizin die Rahmenbedingungen erhält, die sie für eine hochwertige Patientenversorgung benötigt. Dazu gehören eine verlässliche Finanzierung, eine auskömmliche Vergütung spezialisierter Leistungen und eine Stärkung der fachärztlichen Weiterbildung.
Unsere Botschaft bleibt unverändert: Eine moderne Gesundheitsversorgung braucht eine starke ambulante Fachärzteschaft. Wer mehr Ambulantisierung fordert, muss auch bereit sein, die dafür notwendigen Strukturen dauerhaft zu sichern.
Mit kollegialen Grüßen
Alexandra Turowski
1. Vorsitzende des Berufsverbandes der Angiologinnen und Angiologen Deutschlands (BVAD)
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