Leipzig hat gezeigt: Wir müssen gemeinsam für die Angiologie einstehen!

MV 2026 LEipzig

Meine Eindrücke von der DGA-Jahrestagung 2026

Liebe Mitglieder, die DGA-Jahrestagung in Leipzig liegt hinter uns – und ich nehme viele gute Gespräche, wichtige Impulse, aber auch einige Sorgen mit nach Hause. Besonders gefreut hat mich der persönliche Austausch mit Euch bei unserer BVAD-Mitgliederversammlung. Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, dabei zu sein, Eure Erfahrungen zu teilen und unseren Verband mit Leben zu füllen! Genau davon lebt der BVAD: vom offenen Austausch, von unterschiedlichen Perspektiven und vom gemeinsamen Willen, die Zukunft unseres Fachgebiets mitzugestalten.

  1. Unsere Mitgliederversammlung: Zusammen sind wir stärker

In der Diskussion wurde deutlich, wie sehr uns die gesundheitspolitischen Entwicklungen und ihre Folgen für unsere Praxen beschäftigen. Wir müssen unsere Anliegen bündeln und deutlich machen, was die ambulante Angiologie für die Versorgung leistet – und welche Rahmenbedingungen sie dafür braucht.

Auch die GOÄ und die Erfahrungen aus den regionalen KV-Beratungen waren wichtige Themen. Solche Einblicke helfen uns, voneinander zu lernen und unsere berufspolitischen Aktivitäten gezielter auszurichten.

Ein sichtbares Zeichen setzen wir mit der SpiFa-Kampagne „Versorgen statt sparen“. Bei der Mitgliederversammlung haben wir Plakate verteilt. Einige Exemplare sind noch verfügbar – meldet Euch gerne bei uns. Weitere Materialien findet Ihr unter versorgen-statt-sparen.de.

Meine Überzeugung: Wir sollten nicht stillschweigend hinnehmen, dass ambulante fachärztliche Versorgung immer mehr leisten soll, während ihre wirtschaftlichen Grundlagen zunehmend unter Druck geraten. Lasst uns gemeinsam sichtbar machen, was unsere Arbeit für die Patientinnen und Patienten bedeutet.

  1. Wissenschaft für die Niederlassung

Die Sitzung der AG Niedergelassene bot interessante wissenschaftliche Beiträge zu Lymphödem, Carotisstenose und GOÄ. Ich finde es wichtig, dass die Niederlassung auf der DGA nicht nur berufspolitisch, sondern auch wissenschaftlich präsent ist. Denn gute ambulante Versorgung braucht beides: aktuelle fachliche Erkenntnisse und Rahmenbedingungen, unter denen wir sie im Praxisalltag umsetzen können.

  1. Gemeinsam mit der Gefäßchirurgie: pAVK-Versorgung verbessern

Die gemeinsame Sitzung mit der DGG hat mir besonders deutlich gezeigt, wie viel wir erreichen können, wenn Angiologie und Gefäßchirurgie ihre Perspektiven zusammenbringen. Der Austausch war ausgesprochen konstruktiv.

Bei der pAVK bestehen weiterhin Versorgungslücken. Auch geschlechtsspezifische Unterschiede bei Diagnostik und Versorgung müssen stärker in den Blick genommen werden. Wir brauchen eine frühzeitige Diagnose, konsequente Sekundärprävention und eine langfristige Betreuung – über Sektorengrenzen hinweg.

Ein wichtiges Beispiel ist das in Nordrhein von Gefäßchirurgen initiierte, an ein DMP angelehnte Strukturprogramm. Es wurde in diesem Jahr leider abgelehnt. Trotzdem sollten wir uns davon nicht entmutigen lassen. Die Beteiligten haben vereinbart, die eingereichten Unterlagen und erforderlichen Forschungsunterlagen für weitere Initiativen zugänglich zu machen. Ich möchte Euch ausdrücklich ermutigen, entsprechende Möglichkeiten auch bei Euren KVen weiterzuverfolgen. Gute Versorgungskonzepte dürfen nicht an Zuständigkeitsgrenzen oder fehlenden gemeinsamen Strukturen scheitern.

Gleichzeitig müssen wir die wirtschaftlichen Folgen des geplanten GKV-Spargesetzes und der Veränderungen bei den ambulanten Hybrid-DRG im Blick behalten. Neue Versorgungsaufgaben lassen sich nicht dauerhaft ohne eine verlässliche Finanzierung übernehmen.

  1. Krankenhausreform und Weiterbildung: Die Angiologie darf nicht an Sichtbarkeit verlieren

Die Angiologie findet sich nicht als eigenständige Leistungsgruppe in der Krankenhausreform wieder. Gefäßmedizinische Leistungen werden verschiedenen Leistungsgruppen zugeordnet. Damit stellt sich die Frage, wie die Sichtbarkeit und Weiterentwicklung unseres Fachgebiets künftig gesichert werden können.

Auch bei der ärztlichen Weiterbildung gibt es dringenden Handlungsbedarf. Die ambulante Weiterbildung ist unverzichtbar, doch eine tragfähige Finanzierung fehlt weiterhin. Besonders alarmierend war der Bericht, dass Anträge auf Anerkennung als Weiterbildungsstellen derzeit bis zu zwei Jahre unbearbeitet bleiben können!

Wir können nicht einerseits den fachärztlichen Nachwuchs fordern und andererseits die Voraussetzungen für seine Ausbildung unzureichend absichern. Wenn wir die Angiologie langfristig stärken wollen, müssen wir uns deshalb aktiv in den Gremien der Ärztekammern und KVen engagieren. Dort werden wichtige Entscheidungen vorbereitet und getroffen – und dort muss unsere Stimme gehört werden.

Was ich aus Leipzig mitnehme

Die Tagung hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig ein starker, aktiver Berufsverband ist. Wir brauchen eine angemessene Vergütung, verlässliche Bedingungen für die ambulante und stationäre Versorgung und eine Weiterbildung, die den tatsächlichen Anforderungen unseres Fachgebiets gerecht wird. Dafür müssen wir unsere Interessen gemeinsam und mit Nachdruck vertreten.

Mein herzlicher Dank gilt allen, die an der Mitgliederversammlung teilgenommen, sich eingebracht und den Austausch ermöglicht haben. Danke für Euer Vertrauen, Eure Unterstützung und Eure Mitgliedschaft im BVAD. Jede einzelne Stimme zählt – und je mehr wir sind, desto deutlicher können wir die Interessen der Angiologie vertreten.

Ich freue mich darauf, diesen Weg mit Euch weiterzugehen!

Herzliche Grüße,

Alexandra Turowski

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